Viele queere Menschen und ihre Freund*innen haben ihr Leben jenseits klassischer Familienmodelle gestaltet: selbstbestimmt, solidarisch, mit Wahlverwandtschaften statt familiärer Absicherung. Im Alter wird das zur Herausforderung. Klassische Altenheime oder auch modernere Senioreneinrichtungen sind oft normativ, anonym oder wenig sensibel für unkonventionelle Lebensgeschichten.

Viele wollen sich im Alter nicht wieder erklären, sich anpassen oder unsichtbar werden. Gleichzeitig bringen queere Communities und ihr Umfeld Erfahrung mit Selbstorganisation, Solidarität und kultureller Eigenständigkeit mit.

Was uns vorschwebt:

Ein gemeinschaftliches, queerfreundliches Wohnprojekt. Kein Heim, keine Investoren, sondern ein Ort, der Privatheit und Gemeinschaft verbindet: barrierefrei, selbstorganisiert und selbstverwaltet, diskriminierungssensibel, landschaftsnah, mit Tieren und Garten, mit kulturellem Leben und gegenseitiger Unterstützung, möglichst offen und generationsübergreifend: Ältere Menschen leben gemeinsam mit jüngeren – etwa Auszubildenden oder Studierenden – die günstigen Wohnraum finden und zugleich Teil einer solidarischen Gemeinschaft werden.

Warum Templin?

Templin bietet, was in Berlin kaum noch zu finden ist: Raum, Ruhe, Natur und bezahlbare Perspektiven. Zugleich ist die Stadt gut angebunden – ca. 90 Minuten bis Berlin-Mitte (oder nur noch eine Stunde, falls der RB12 eines Tages direkt zum Hauptbahnhof fahren sollte).

Die Stadt ist ausdrücklich interessiert an neuen, queeren Wohn- und Lebensmodellen. Zur Abstimmung und Vorbereitung wollen wir einen Verein gründen.

Warum ein Verein?

Der Verein ist nicht das Ziel, sondern ein praktischer erster Schritt, niedrigschwellig und kostengünstig. Er soll Menschen zusammen bringen, die ähnliche Werte, Fragen und Zukunftsvorstellungen teilen. Im Verein können wir gemeinsam klären, wie wir wohnen, wirtschaften und füreinander sorgen wollen. Wir schaffen Öffentlichkeit, recherchieren Förderkulissen, führen Gespräche mit Stadt, Förderern und Partnern und bereiten die spätere Trägerform sorgfältig vor. Das kann dann eine Genossenschaft sein, eine gGmbH, eine Stiftung oder eine Kombination verschiedener Formen.