Wieviel Großstadt brauchen wir?
Wer anders ist und sein will, hat es in Großstädten leichter. Vielfalt, Toleranz, Anonymität sind ausgeprägter als in kleinen Städten oder auf dem Land. Lesungen, Bars, Chöre, politische Gruppen, Community-Zentren bieten Anschluss. In der Großstadt kann man wählen, wie sichtbar man sein will, zumindest wenn man jung ist.
Großstadt bedeutet aber nicht automatisch Gemeinschaft. Man kann sehr allein sein – mitten im Szeneviertel, vor allem als alter Mensch. Mieten steigen. Altersarmut trifft queere Menschen überdurchschnittlich oft – besonders jene ohne klassische Familienstrukturen. Teile der Subkultur sind stark auf Jugend, Körper und Attraktivität ausgerichtet. Altern wird dort nicht selbstverständlich integriert. Freundeskreise schrumpfen, mehr und mehr gleichaltrige Weggefährten fehlen. Die entscheidende Frage ist nicht „Stadt oder Land“, sondern: Wo finde ich im Alter ein Milieu, das meine Geschichte kennt und meine Sprache spricht, in dem ich mit meiner Lebensweise nicht allein bin und Geborgenheit in der Gruppe finde, und das ich mir leisten kann.
wer darf mitmachen?
Die Schattige Pinie versteht sich als Wohnprojekt und Schutzraum
- für Menschen, deren Lebenswege nicht normativ verlaufen sind, die anders gelebt haben – oder die einfach nur anders alt werden möchten…
- für queere und queerfreundliche Menschen im Alter, die solidarisch und selbstverantwortlich leben wollen,
Wer kann sich das leisten?
- Pflege ist teuer. Gemeinschaftlich organisierte Pflege ist nicht so teuer. Vielleicht reicht das Budget gemeinsam sogar für ein bisschen Luxus?
- Bauen ist teuer. Außerhalb Berlins und des Speckgürtels sind die Kosten (inkl. Grundstück) etwa ein Drittel niedriger.
- Nichtstun ist teuer: Wer wartet, bis die Umstände den Umzug erzwingen, macht andere reich. Bei einem Neubau rechnen Kapitalanleger mit 6-12% Betreiber-Marge und 3-5% Nettomietrendite. Das können wir sparen.
- Wir streben eine solidarische Gruppe aus selbstnutzenden KapitalanlegerInnen und MieterInnen an.
wann kann ich einziehen?
- Wir überstürzen nichts. Die Projektentwicklung ist auf etwa 7 Jahre angelegt.
- 2026 Orientierungsphase: Wir informieren und gewinnen Interessenten, erfragen Bedürfnisse, recherchieren erste Möglichkeiten und Kooperationen mit Stadt- und Regionalverwaltungen – zum Beispiel Templin.
- 2027 Gründung eines gemeinnützigen Vereins: Ein praktischer erster Schritt, niedrigschwellig und kostengünstig. Wir schaffen Öffentlichkeit, recherchieren Finanzierung und Förderprogramm, rechnen das Betreiberkonzept durch, suchen nach Bestandsimmobilien und Baumöglichkeiten, entwerfen und diskutieren Modelle. Die Kosten werden in dieser Phase durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördermittel gedeckt.
- 2028 Aufbau eines Trägers: Das kann dann eine Genossenschaft sein, eine gGmbH, eine Stiftung oder eine Kombination verschiedener Formen. Wir entscheiden über das Wohnmodell und werben Kapital ein. Parallel zu diesen Strukturen kann der Verein als Förderverein bestehen bleiben.
- 2029 Bau und/oder Sanierung: Wettbewerb. Idealerweise erfolgt der Bau wie der Erstbezug in Phasen (z.B. einzelne Bungalows). Verhandlung der Verträge für den Betrieb.
- 2032 Einzug der ersten BewohnerInnen, Beginn mit kleiner Einheit, Begleitforschung und dann Erweiterung im Laufe der nächsten Jahre jeweils um etwa ein zusätzliches Sechstel, bis die Vollbelegung erreicht ist. Stufenweiser Einzug vermeidet eine spätere krasse Pflege- und Sterbewelle.
Warum sollte ich den Newsletter abonnieren?
- Das Abonnieren des Newsletters verpflichtet nicht zur späteren Mitgliedschaft im Verein.
- Die Schattige Pinie ist kein fertiges Produkt, sondern ein gemeinschaftlicher Prozess. Der Newsletter (zumindest nehmen wir uns das vor) soll regelmäßig über Fortschritte unterrichten und auf Veränderungen hinweisen. Der Rücklauf und die Zahl der Abonnenten ist aber auch ein wichtiges Indiz für den Zeitpunkt der Gründung des Vereins.
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